Vortrag: Dr. Isabel Rith Magni, Kunsthistorikerin
Keine Beziehung ist lebenslang so prägend wie die (frühe) Eltern-Kind-Beziehung; Mutter und Vater (biologisch und/oder sozial) sind entscheidend für die emotionale und soziale Entwicklung eines Menschen. Das allein mag ausreichender Grund sein, uns der Darstellungsgeschichte, aber auch soziologischen Fragen zu diesen familiären Konstellationen in der Kunst zu widmen.
Das Sujet Vaterschaft wurde in der Kunstgeschichte eher ‚stiefmütterlich‘ behandelt, wohingegen Mutterfiguren in der Kunst allüberall auftauchen. Ausdruck purer Idylle? Beileibe nicht. Seit Beginn der Moderne werden in der Kunst die Inszenierungen des (männlich gedachten) Künstlergenies als Gegenentwurf zur angeblich „natürlichen“ Mutterrolle (im Sinne von ‚naturhaft‘ und ‚selbstverständlich‘) neu verhandelt, die „Gegenpole“ geistiger Kreativität und reproduktiver Schöpfung gerade aus feministischer Perspektive in Frage gestellt und Fragen zur Care-Arbeit im Kunstbereich kritisch diskutiert.
Standort: