Erfolgreich mit seiner Mappe - Interview mit Johanna Hendel und Fabian Sokolowski

Wege zu erfolgreichen Bewerbung

Interview mit Johanna Hendel und Fabian Sokolowski (mit Malereien von F. Sokolowski)

 

Erfolgreich mit seiner Mappe

Mit 14 Jahren begann Fabian Sokolowski in der Jugendakademie an ersten Kunstkursen teilzunehmen. Jetzt mit 20 Jahren hat er sich erfolgreich an drei Kunstakademien mit seiner Mappe beworben. Dass er gleich an den drei renommiertesten Kunstakademien in Leipzig, Berlin und Düsseldorf angenommen wurde, spricht für sein Talent und sicherlich auch für die jahrelange künstlerische Begleitung von unserer Dozentin Johanna Hendel. In einem Interview mit beiden fragt Thomas Egelkamp nach den Einflüssen einer frühen Talentförderung.

Interview

Frage 1: Was hat Dir die Mappen-Vorbereitung gebracht?

Fabian: Zeit und Raum zu haben für mich konzentriert zu arbeiten war sehr entscheidend für meine künstlerische Entwicklung. Es war etwas Besonderes den ganzen Tag mit anderen Gleichgesinnten im Atelier zu stehen, sich auszutauschen und gegenseitig zu begeistern. Das ganze Umfeld war inspirierend. Außerdem haben mir die unterschiedlichen Impulse der Dozenten viel gebracht.

Frage 2: Wie wichtig schätzt Du die fachliche Begleitung und Vorbereitung  bezüglich einer Bewerbung ein?

Johanna: Ich denke, dass Impulse von außen sehr hilfreich bei der Findung der eigenen künstlerischen Potentiale sind. Aus meiner Erfahrung hilft eine fachliche und persönliche Begleitung jedem Einzelnen in seiner Entwicklung. In dem der Dozent seine Schüler ernst nimmt und an sie glaubt, hilft er ihnen den Mut und die Motivation aufzubringen das künstlerisch Eigene zu finden. Mir ist es in meinen Kursen wichtig, dass die Schüler das herausfinden, was sie wirklich begeistert.

Fabian: Du hast mich immer wieder angetrieben und gestärkt. Das war sehr wichtig für mich.

Johanna: Ja, die Leidenschaft und der Wille kamen aber immer von Dir. Ich helfe gerne im Prozess der Ideenfindung und stehe jedem zur Seite für Tipps und mögliche Vorschläge, wie etwas gestalterisch umgesetzt werden kann. In erster Linie begleite ich jeden in seiner eigenen Urteilsfindung so individuell wie möglich. Ein Credo meiner Begleitung ist: aktiv anschauen wo ein jeder steht - Fragen stellen und die Fähigkeit schulen, eigenständig zu arbeiten und zu entscheiden.

Frage 4:  ok, das kann ich gut nachvollziehen. Gibt es aber auch handwerkliche Dinge, die Du in der Vermittlung als wichtig erachtest?

Johanna: Klar, die Jugendlichen, die in die Jugendakademie oder in den Mappen-Kurs kommen, wollen auch Zeichnen- und Maltechniken erlernen. Hier gebe ich natürlich viele Anregungen, Übungen und zeige verschiedene Herangehensweisen.

Frage: Kannst Du die 5 wichtigsten benennen?

Johanna: Als erstes lernen sie Sehen und Beobachten. Das geht am besten durchs Zeichnen. Als weiteres vermittele ich unterschiedliche Maltechniken und zuvor noch das Farbenmischen. Außerdem lernen sie bei mir Komposition und Bildaufbau; eine ganz entscheidende Grundlage für die Gestaltung von Bildern. Überhaupt sind alle Themen wie Gestaltungslehre, Farbenlehre und Materialkunde von entscheidender Bedeutung. Als letzte wichtige Lerneinheit würde ich das Thema „Präsentation“ benennen. Jedes Jahr planen wir gemeinsam eine Ausstellung. Hier geht es nicht in erster Linie darum, Bilder als fertige Produkte einer Öffentlichkeit zu zeigen, sondern vielmehr darum, dass sich jeder mit seinem künstlerischen Ansatz wertgeschätzt fühlt. Das hilft enorm für die eigene Persönlichkeitsentwicklung und ist ein wichtiger Teil im gesamten künstlerischen Prozess.

Frage 5: Wie wichtig war für Dich die sehr frühe künstlerische Förderung?

 

Fabian: Zum Glück hat mich meine Familie immer wieder unterstützt. Ich habe schon früh angefangen kontinuierlich zu zeichnen und zu malen. Es hilft einem sehr, wenn das Umfeld einem das Gefühl gibt, dass es wertvoll ist was man macht. Ich schätze das sehr wichtig ein, wenn es um das Thema Förderung geht.

Frage 6: Gibt es etwas, an das Du Dich besonders erinnerst, wenn Du an die Zeit in der Jugendakademie denkst?

Fabian: Mein erstes Ölbild. Das war etwas ganz neues für mich. Der so andere Malprozess und das freie Thema, welches uns Johanna gestellt hat.

Frage 7: Bleibst Du mit Deinen ehemaligen Schülern in Verbindung? Was gibst Du Ihnen auf den Weg?

Johanna: Oh ja. Ich habe zu fast allen noch Kontakt. Es ist toll zu wissen, wie viele den Sprung in ein künstlerisches oder grafisches Studium geschafft haben. Was ich Ihnen mitgebe? Tu das, was Dir am Herzen liegt! Mach das nicht in erster Linie des Profits wegen – sondern folge zuallererst deinen Impulsen und deiner Leidenschaft, dann wirst du in deinem Tun immer erfolgreich sein.

Frage 8: Was sind nun Deine nächsten Ziele?

Fabian: Die Zeit und den Ort der Akademie nun zu nutzen um mich weiter entwickeln zu können. Mich den Dingen zu widmen, die mich künstlerisch weiter bringen. Das besondere ist ja, dass man nicht genau weiß, was am Ende herauskommt, wenn man Kunst studiert. Das finde ich für mich gut. Ich bin gespannt und freue mich auf diese Auseinandersetzung.

 

Informationen über den Mappen-Kurs finden Sie unter:

Mappenvorbereitung im arte act