Ein Impuls - eine Idee und 70 Initiativkräfte

„Wir haben nicht bei Null angefangen“ sagt Andrea Schleyer - Nöller, die gemeinsam mit Thomas Egelkamp vor 20 Jahren das arte fact gegründet hat. „Unsere Idee eine „Werkstatt für Kunst“ ins Leben zu rufen, hat sofort 70 weitere Personen begeistert. So, dass ein Start kraftvoll beginnen konnte.“

Im Gespräch zwischen Andrea Schleyer - Nöller und Thomas Egelkamp wird deutlich, dass es neben Mut und Initiative auch viel Geduld dazu gehört eine „Kunstschule“ zu gründen.

 

Was waren die entscheidenden Gründe das „arte fact“ als einen Verein zu gründen? Warum habt Ihr keine andere Rechtsform gewählt? Was war Euer „Selbstverständnis und eure erste Initialzündung“?

 

Beide Gründer müssen tief in die Vergangenheit greifen. „Klar, da war der Wunsch mit einer Vereinsgründung die Gemeinnützigkeit als Institution zu bekommen“, antwortet Andrea,“ Wir hatten viel vor! Die Kunst sollte nicht nur zum „Selbstzweck“ im Mittelpunkt der neugegründeten Kunstschule stehen. Die Idee mit Ausstellungen und Kunstprojekten für Kinder und Jugendliche auch öffentliche Mittel zu bekommen, stand von Beginn an im Fokus unserer Überlegungen.“

„Außerdem wollten wir möglichst viele ehemalige KursteilnehmerInnen des „Kunst Forums Bonn“ und Freunde mit ins Boot nehmen, ohne dabei ein Konstrukt am Ende zu haben, wo jeder mitredet, aber wenig geschieht. Vereinsmeierei war uns von Beginn der Planung ein „no go“, sagt Thomas und verweist auf die Satzung des Fördervereins, in dem der Vorstand gleichzeitig geschäftsführende Tätigkeiten übernimmt, und nur alle 5 Jahre eine Mitgliederversammlung vereinbart ist.

 

Andrea Schleier-Nöller

An diese Anfangszeit erinnern sich beide gerne zurück. Neben der Vielzahl an inhaltlicher und organisatorischer Arbeit, gab es so viele Momente der Begegnungen und Ereignisse, die begeisternd waren.

 

„Etwas neu gestalten und aufbauen zu können, ist wertvoll.“, beschreibt Andrea die ersten Monate. „Zu sehen, wie sich viele Freunde und Seminarteilnehmer von der Planung bis zur Renovierung und Einrichtung der Atelierräume in das Unternehmen stürzten, war richtig motivierend. Das einzige was mich in den ersten Jahren belastet hat, waren die Finanzen. Wir mussten wirklich gut rechnen und kalkulieren. Das war nicht gerade meine Profession.“

 

„Wir haben gerade in diesen ersten Jahren viel gelernt“, sagt Thomas und verweist auf die vielen Momente der Improvisationen. „Wenn ich daran denke, dass wir unser erstes Büro inmitten der Atelierräume in der Graurheindorferstrasse hatten....... Die Teilnehmer bekamen alles mit, und in den Pausen war das Büro gleichzeitig Aufenthaltsraum. Es hatte wirklich seinen Reiz, aber auch seine Grenzen.“

 

Thomas Egelkamp

Die Vielfalt der Kursangebote, die unterschiedlichen künstlerischen Positionen der Dozenten, ihre individuelle künstlerische Begleitung mit dem Anspruch einer qualitativ hochwertigen Vermittlung von Techniken und Methoden war von Beginn an der Anspruch der beiden Gründer der Werkstatt für Kunst e. V. Neben den fachlichen Kompetenzen war das kollegiale Miteinanderarbeiten aller Dozenten und Mitarbeiter von zentraler Bedeutung, betonen Andrea und Thomas.

 

„Das arte fact sollte durch die besondere Arbeitsatmosphäre zu einem Ort der persönlichen Entfaltung werden“, beschreibt Thomas die Werkstattidee. „Wichtig war, dass das arte fact keine „Kunstschule“ wird, die Rezepte und akademische Formate vermittelt. Unsere Herangehensweise musste offen sein für künstlerische Veränderungen ohne ins Beliebige abzudriften. Unsere Seminararbeit sollte stetig sich weiter entwickeln.“

 

Im Rückblick stellen beide Gründer fest, dass ein Gelingen einer solchen Unternehmung von vielen Faktoren abhängig ist. Eine Vision benötigt auch tatkräftige und finanzielle Unterstützung. „Und viel Geduld!“ betonen beide einstimmig.

 

„Die ersten vier Jahre waren besonders finanziell sehr hart. In dieser Zeit haben wir viel von der Begeisterung der Teilnehmer und Dozenten gezehrt.“ Andrea fügt noch hinzu: „Die vielen persönlichen Begegnungen und Gespräche über die Kunst und auch weit darüber hinaus, haben uns immer wieder beflügelt weiter zu machen.“

 

Für die Zukunft des arte facts wünschen sich beide, dass in der ganzen Professionalität des Unterrichts, das Spielerische und Experimentelle nicht verloren geht. Die Kunst darf sich nicht ganz institutionalisieren lassen. Der Spielraum für Spontanität, Improvisation und Unerwartetes muss bestehen bleiben.

 

Im nächstem Newsletter lasse wir Ehemalige, Kollegen und Freunde des arte fact – Werkstatt für Kunst e. V. zu Worte kommen.

 

Das vorläufige Jubiläumsprogramm:

15 Jahre Jugendkunstschule

Ausstellung und Aktionen am

Samstag, den 29. 09. Und Sonntag, den 30.09.2018

Ort: In den Ateliers der Jugendkunstschule in der Heerstrasse 84

20 Jahre arte fact – Werkstatt für Kunst e. V.

Ausstellung und Versteigerung von Arbeiten der Dozenten und Seminarteilnehmern zu Gunsten von Kunststipendien für Kinder und Jugendliche

Mittwoch, den 3 Oktober Eröffnung der Ausstellung und Einführung in die Versteigerung 18.00 Uhr

19.00 Musik „Marion und Sobo“

21.00 – 21.30 Uhr Versteigerungsfinish anschließend open End

Ort: in den Ateliers der Graurheindorferstrasse